Sonntag, 12. April 2009

Reisegrund / Reason for the Trip

Micha fragte nach dem Grund der Reise. Gute Frage, Micha! Zumal ich überhaupt nicht gerne reise. Ich muss Berlin noch nicht einmal verlassen haben, da habe ich auch schon Heimweh. Und kann mir mal Jemand verraten, was am stundenlangen Unterwegssein schön sein soll? Ich habe es bis heute nicht verstanden.

Micha asked for the reason for the travel. Why indeed? Micha, especially because I don't like traveling at all. I'm usually homesick from the moment, I am about to leave Berlin. And ... can anybody tell me, what's good about being under way for hours? Until now, I got no clue about that.

Der Grund der Reise: Meine Arbeit.
Ich habe schon vor etlichen Jahren für einen amerikanischen Verlag ein Buch illustriert und mehrere Figuren entworfen. Die besten Kunden meiner Textildesigns waren auch aus den USA. Ich hatte ein paar Male einen Stand auf der internationalen Heimtextilmesse in Frankfurt. Die Offenheit und Begeisterung für kräftige Farben und frische Ideen war bei dem europäischen Publikum nicht annähernd so ausgeprägt. Daher kam mein Wunsch, dieses Land etwas besser kennenzulernen. Okay, Boston ist nicht Amerika, es ist sogar ziemlich europäisch. Wie ich erst dort gemerkt habe. Aber welches Land lässt sich schon in einer knappen Woche komplett erkunden?

The reason for the trip? My job.
Way back I did some illustrations and designed some figures for an american publishing company. The best customers for my textile designs were also from the US.
Several times (some years ago) I had a booth at the international fair for home textiles at Frankfurt. The frankness and enthusiasm for fresh colors and ideas was abundant at the people from the US, where the european clientele was less interested. As such, I wanted to learn more about that country.
Well, Boston is not America, it's pretty much european, what I realized at my trip. But which country is to explore totally in just about one week?

Ich wollte sehen, wie sich die Menschen kleiden, miteinander umgehen, was es in normalen Supermärkten zu kaufen gibt, welche Zeitschriften es gibt, welches Gebäck, welches Essen, wie man dort essen geht, was es in Läden für Bürobedarf gibt, was in Läden für Grafik- und Künstlerbedarf, wieviele und welche Hunde auf der Straße zu sehen sind, sonstige Tiere und Vögel, wie die Briefkästen aussehen, wie Häuser, Türen, Fenster, Laternen, Autos und so vieles mehr. Und wie es riecht. Ich lese viele amerikanische Blogs und Bücher und sehe mir amerikanische Filme an, aber das ist ja nur ein winziger und zudem inszenierter Ausschnitt des tatsächlichen Lebens.

Im letzten Jahr habe ich einige Englischwerke (für den Schulunterricht in Deutschland) illustriert und gemerkt, wie mühselig es ist, wenn ich nicht weiß, wie die normalen Alltagsgegenstände in England aussehen. Ich war völlig auf die Beschreibungen und Korrekturen der Autoren angewiesen.

Jetzt habe ich acht Tage lang geschaut, gehört, geschnuppert und alles in mich aufgesogen. Und habe eine klitzekleine Ahnung von diesem wundervollen Land bekommen.

I wanted to see how people dress, communicate, what's to be bought in ordinary supermarkets, what kind of magazines, cookies, stationery, art supply etc. there are. What kind of dogs are in the streets, other animals, how the letter boxes look like, also houses, doors, windows, lanterns, cars and much else. And how it smells. I am reading many american blogs and books, watching american TV, but this is just a tiny and staged part of real life.

Last year I illustrated some english books (for school lessons in Germany) and realized how cumbersome it is, if you don't know, how everyday things in England look like. I was totally dependent on the description and corrections from the authors.

Now I looked, listened, scented and soaked everything for eight days and got a little cue about this wonderful country.




Kommentare:

  1. Das nenne ich doch mal Liebe zum Detail!
    Und wo gibt es die gravierendsten Unterschiede zum europäischen Lebensstil?

    Und es gibt Anja Rieger-Stoffe??? Na wenn das die Nähblogger nicht glücklich macht! *sehenwollen* ;)

    Alles Liebe aus dem Sonnenschein überfluteten Spandau
    Frau Suppenklar

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  2. Zu den Dingen, die mir auffielen, werde ich in den nächsten Tagen etwas schreiben. Eins vorweg: wirklich gravierende Unterschiedene gab es kaum. Es sind mehr die Details, die sich im Alltag unterscheiden.

    Sonnige Grüße nach Spandau!

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