Freitag, 27. Februar 2009

Licht und Schatten / Light and Shadow

Schon während des Studiums stand für mich fest: ich wollte in die Werbung gehen. Laut sagen durfte man das nicht, denn Werbung ist bäbä. (Das war noch bevor Berufe in der Werbung Mode wurden. Und das war bevor sie wieder unmodern wurden - sind sie doch mittlerweile oder?)

Ich habe nach dem Studium tatsächlich in einer Agentur gearbeitet. Besonders toll fand ich, dass ich mich den ganzen Tag mit der schönen Seite des Lebens beschäftigen konnte. Vielmehr: mit dem schönen Schein. Alles kann man auch nicht haben.
In dieser Zeit habe ich mehr gelernt, als während des ganzen Studiums. Vorallem, wieviel man in nur einer Nacht auf die Beine stellen kann. Wie man sich vor lauter Begeisterung selbst ausbeutet. Und vieles mehr. Aber das ist ein anderes Thema.

Irgendwann wurde der schöne Schein zum Fluch. Geist und Seele dürsten nach einem Ausgleich, nach den verbotenen Schattenseiten. Was wären das für eine interessante Sammlung all der zu Papier gebrachtenVerzweiflungstaten Kreativer: Hässliche Menschen, ach besser gleich Mutanten, verschlingen Monsterekelfleischklopse. (Fast food war mein täglich Werbethema ;-))

Nach einigen Jahren und zwei Agenturen später, entdeckte ich, dass das was ich am liebsten mache ein Beruf ist und einen Namen hat: Illustration. Ich beneide die Studenten, die das schon während des Studiums wissen. Naja manchmal bin ich eben ein Spätzünder. Nach dieser Entdeckung kündigte ich und machte mich allen Warnungen zum Trotz selbständig.

Leicht war es nicht, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Es dauerte noch einige Jahre, in denen ich frei für Agenturen und Firmen illustriert und layoutet habe, bis ich einen Fuß in die Kinderbuch-Tür bekam. Es geht wesentlich entspannter zu, als im Werbebereich, aber auch hier darf vieles nicht sein. Und von Zeit zu Zeit drängt es mich, die Dinge auszuleben, die kein Lektor haben will: kleine Gemeinheiten, political Unkorrektes, Dinge über die man nicht spricht. Ehe sich hier jemand monstermäßig was ausmalt, muss ich einräumen, dass auch diese Dinge alles in allem noch immer ziemlich nett sind. Vermutlich entspricht das meinem Harmoniebedürfnis. Der abgelehnte Hundekackekuchen ist so ein Beispiel dafür.

Das klingt jetzt alles ziemlich abstrakt, und vermutlich kann sich kein Mensch etwas darunter vorstellen. Leider muss es noch ein Weilchen so nebulös bleiben. Ich habe nämlich eine Idee, wie ich all diesen Schattenwesen eine Heimat geben kann. Wenn es soweit ist, werde ich es hier kundtun. Versprochen!



As early as in my years of study I was sure: I want to work in advertizing. However, in those days i didn't talk about that, because advertizing was uncool. (That was, before jobs in advertizing came into fashion. And it was, before they went out of fashion - what they are nowadays, aren't they?).

After completion of my study, I actually worked in an ad agency. What I liked most was that I could deal with the bright side of life all day long. In fact, it was just on the face of it. - You can't have everything.
In these days I learned more than in my whole studies at university. Most important: What you can mount in just one night, how to exploit yourself out of enthusiasm and much more - but that's another story.

One day, I had to change. Mind and soul needed compensation, possibly in forbidden shady sides. It could be an interesting collection: All the acts of desperation commited to paper by desparate creatives: Ugly humans, or better, mutants, devouring disgusting monster-meatballs (fast food was my daily advertizing theme ;-) )

Only some years and two agencies later I learned that what I liked most in my job had a name: Illustration. I'm envious of the students, who know that already at their studies. Well, sometimes I'm a late boomer. After that discovery I quit my job and against all warnings I started my own business.

It was not easy, but I did not expect it to be easy. It took some years while I illustrated and did layouts as freelancer for agencies and firms to gain a foothold in the childbook-scene.
There things are more relaxed than in the advertizing business, but also there are some dont's. And from time to time I'm thrusted to act out things that no editor wants to see: little vulgarities, political incorrect things, things one don't talk about. Before somebody envisions here too much I have to admit that also these things are still fairly nice. Probably that meets my need for harmony. The rejected doggie do is such an example.

All that may sound quite abstract and probably nobody can imagine what I mean. I'm sorry to say that I have to stay that nebulous for a little while. I am advancing an idea how to give all these creatures a home. I will inform you here, when it comes to the point of realisation. Promised!



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