Sonntag, 6. Januar 2008

"Reden Sie Tacheles Herr Janosch"

heißt das Buch, das ich gestern in die Finger bekam und nicht mehr weglegen konnte, bis ich es ausgelesen hatte.
Worum geht es? Dieses Buch ist eine Abrechnung von Herrn Janosch in Form eines Interviews. Eine Abrechnung mit den Verlagen und Firmen, die seine Lizenzen erwarben, mit Juristen und Schweizer Banken von denen er sich übers Ohr gehauen fühlt. Es gibt viele spannende Spekulationen, die schockieren. Das Ende vom Lied: Herr Janosch sagt, dass er alle Nutzungsrechte an seinen Werken verloren habe und den großen Reibach andere machen. Warum er sein Recht nicht einklagt? Weil viele der Winkelzüge, die er den Verlagen zuschreibt, zwar moralisch verwerflich sein mögen, aber juristisch nicht angreifbar. Um gegen die anderen "Unregelmäßigkeiten" vorzugehen müsste er die Prozesskosten von beträchtlicher Höhe vorfinanzieren. Das Geld habe er nicht. Herr Janosch nennt Namen und Summen, obwohl es im Vorfeld Einschüchterungen gegeben haben soll. Er habe nichts mehr zu verlieren und möchte, dass diese Vorfälle an die Öffentlichkeit kommen. Er provoziert mit diesem Buch eine Klage, der er fast freudig entgegenzusehen scheint. Wenn nur endlich alles ans Licht käme.
Ich genieße die Aussagen und Vermutungen mit Vorsicht, dennoch fällt es schwer, alles für Phantasie zu halten. Für Menschen, die mit Verlagen zu tun haben ist dies ein spannender Krimi.

Was mich ärgert, ist dass der Text schlampig redigiert wurde. Zwei Beispiele: Gleich auf der ersten Seite wird "Sie" groß geschrieben, obwohl es klein geschrieben werden müsste. Solche sinnentstellenden Nachlässigkeiten dürften sich Profis nicht leisten, grassiert aber zunehmend. Mal heißt es "Wächter" mal "Waechter" in fröhlichem Wechsel. Die Rede ist immerhin von dem Zeichner F. K. Waechter, dem Schöpfer der Tigerente.

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