Freitag, 30. März 2007

Kritik im Sandwichverfahren

Mittlerweile ist es das gängige Verfahren im Arbeitsalltag: Will z.B. dei Lektorin auf "schonende" Art ihre Kritikpunkte anbringen, so beginnt sie mit Lob, um dann das eigentliche Problem zu thematisieren. Um der guten Stimmung willen, schließt sie das Gespräch mit einer positiven Anmerkung. Dieses Sandwichverfahren hat mich mittlerweile derart neurotisiert, dass ich jedes Lob als Einleitung zu der Kritik verstehe. Bleibt sie aus, dann habe ich mich schon häufiger bei der (unausgesprochenen) Frage ertappt: Warum hat sie jetzt eigentlich angerufen?
Das erinnert mich an die Geschichte mit dem Mann am Tisch. Seine Frau fragt ihn, warum er nichts sage. Ob ihm das Essen denn nicht schmecke? Darauf sagte der Mann: "Wenn ich nichts sage, dann ist es gut."

Gefreut habe ich mich trotzdem, als die Lektorin gestern anrief und wiederholte, wie ausgesprochen gut ihr meine Illustrationen zur Piratengeschichte gefielen. Vielleicht, weil das Sandwich durch winzige Korrekturen wieder komplettiert wurde, und meine kleine Geschäftswelt damit wieder in Ordnung war.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über jeden Kommentar!
Er wird erst sichtbar, wenn ich ihn freigeschaltet habe.

Related Posts with Thumbnails