Mittwoch, 3. Januar 2007

"Intelligente" Maschinen und andere Katastrophen


Ich habe mir vor einigen Wochen einen neuen Fotokopierer gekauft. Es ist eins meiner wichtigsten Arbeitsgeräte. Ein Illustratorenkollege hat mir sein Modell wärmstens empfohlen. Wichtig ist, dass der Toner von den Filzstiften nicht verwischt, man A3 kopieren kann, die Helligkeit variieren und vergrößern bzw. verkleinern kann. Das ist es eigentlich auch schon. Hat mein alter Kopierer auch gemacht - nur eben nicht mehr in der bestmöglichen Qualität.
Eine Din A4-Kopie von einer Din A4-Vorlage macht der neue auch klaglos. Aber wehe, ich komme mit einem ungenormten Format, und erwarte schlicht, dass er es so auf das (einzige in der Kassette vorhandene) A4 Papier kopiert. Dieses "intelligente" Gerät meldet mir, dass er ein ungenormtes Format auf dem Vorlagenglas erkannt hat, und erwartet nun weitere Eingaben. Ich habe eine Option nach der anderen durchgespielt und musste feststellen, dass die Variationsbreite an Gestaltungsmöglichkeiten des Gerätes meine begrenzte Phantasie übersteigt. Das Gerät ist mir immer einen Schritt voraus. Überhaupt: warum muss ein simpler Fotokopierer drölftausend Tasten haben, wo die wenigen des vorherigen Modells völlig ausgereicht haben? Warum zeigt er die eingegebene Prozentzahl nicht solange an, wie sie eingestellt ist? Und warum fehlt die wichtigste Taste? Die "Kopier-doch-einfach-was-da-ist"? Vielleicht lassen sich die eigenwilligen – besser: eigenmächtigen– Entscheidungen des Gerätes einfach unterdrücken? Jetzt muss ich mich wohl doch nochmal durch das kryptische Handbuch quälen. Grrr.
Zu den anderen Katastrophen komme ich ein anderes Mal.

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